Luft - die ist zum Atmen da
Jetzt da es in den vergangenen Wochen wärmer geworden ist, macht sich die stickig Luft Pekings immer mehr bemerkbar. Selbst in den Abendstunden und Sonntags wo es zuvor angenehmer war ist zur Zeit keine Besserung spürbar.
Obwohl die Pekinger Regierung das Fahrverbot an verschiedenen Tagen für verschiedenen Nummernschilder weiter verlängert hat, ist von guter Luft keine Spur. Vielleicht liegt es daran, dass Autofahrer einfach ihre Nummernschilder so überkleben, dass sie die jeweilige Schlussnummer des Tages haben. Oder es liegt an den Hutongs, in denen der Hausmüll bergeweise in ummauerten Bereichen verbrannt wird.
Die so genannten Sandstürme, die aus der Wüste Gobi kommen und durch Peking ziehen sind nicht wirklich sichtbar doch sorgen sie für einen konstanten Staubfilm, der sich in die letzte Ecke setzt. Der leichte Staubfilm der Überall zu sehen ist - der muss ja irgendwie da hin kommen denkt man sich. So stellt man sich seine Lunge als natürlichen Filter vor und muss sich an heißen Tagen, an denen die Luft förmlich steht fast überwinden Luft zu holen.
Wenn es denn mal regnet, wird der Staubfilm zu einer regelrechten Dreckschicht. Der Regen wäscht die Staubpartikel aus der Luft, kühlt sie und verschafft somit kurzzeitig das Gefühl aufatmen zu können. Doch der Regen ist nicht allzu häufig. Es herrscht regelrechte Dürre, kann man doch an einer Hand abzählen, wie oft es dieses Jahr schon geregnet hat. Trotzdem wächst und gedeiht die Flora Pekings, den CO2-Emissionen und der verschwenderischen Bewässerung sei dank.
Laut Pekinger Forschern fördert die Luftverschmutzung das Ausbleiben des Regens. Die Rede ist davon, dass die Luftverschmutzung China austrocknet. Die Staubpartikel verhindern zum einen die Bildung von größeren Wassertropfen in der Luft die zu Regen führen und erhöhen weiterhin die Temperatur der Luft womit diese mehr Wasser aufnehmen kann, aufsteigt und sich schlechter mit kalten Luftmassen mischt.
Ich freue mich schon wieder auf das nächste Wochenende ausserhalb Pekings und darauf, dass der Genosse im Parteibüro endlich den Klimaanlagen Schalter für das Wohnheim umleg.

