Wu Tai Shan
Brrrr - 6:00 Uhr kalte Dusche und ab durch die morgenliche Frische zum Busbahnhof wo es gen Wu Tai Shan gehen soll. So ging es nun entlang zahlloser Serpentinen auf 3058 m in das schöne Wu Tai Shan (5 Terassen Berg) - einem der 4 heiligen Berge des Buddhismus.
In dem verträumten doch sehr touristischen Örtchen im Zentrum der Terrassen - welche neben unserer auch scheinbar die Residenz des Bodhisattva Manjushri (niemand weiß wer er ist .. ) war, gab es zahlreiche Möglichkeiten Einblicke in das klösterliche Leben der Buddhistischen Mönche zu bekommen.
Alle Klöster waren offen und es war auch gestattet dort einzutreten - so konnte man in anfänglicher Ruhe - bevor die Chinesischen Touristenströme einlass gelangten - durch die prächtig geschmückten, bunten Klostergässchen spazieren und das Flair fühlen. Obwohl der Anblick meiner Reisebegleiteren den einen oder anderen Mönchen - die Hände gefaltet, den Rücken an die Wand gepresst - zurückweichen lies um ins Gebet vertieft sich das Gebot zur Abstinenz wieder ins Gedächtnis zu rufen.
Auf dem Weg ins die verschiedenen Klöster/Tempelanlagen begegnete man immer wieder - Pseudopilgern. Die Pilgerschafft ist im Buddhismus sehr vebreitet und bei weitem um einiges härter als der “kleine” Trip auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostella. Die Buddhistischen Herrschaften werfen sich nämlich alle drei Schritte auf den harten Steinboden um zu beten. Auf einer steilen Treppe chinesischer Bauart und Reinlichkeit (man beachte, dass in China alles schlechte - wozu auch der Schleim des Rachens und der Nase gehört, auf der Strasse landet) ist dies kein Zuckerschlecken. Doch unseren Pilgern ging es primär nicht um die Wahlfahrt sondern viel mehr um die Füllung des kleinen Bechers den sie dabei hatten.
Nach einer Nacht in klirrender Kälte - im stets verdrehten Schlafsack - ging es vorbei an abgezogenen Hunden und schicken Katzen-Hüten und Schaals auf Wanderschaft zu einer der Terrassen - die Südterrasse. Ein sehr schöner Ort in luftigen Höhen mit fantastischem Ausblick. Unbeeindruckt von dem Versuch, den Weg zu unserem Ziel mit riesigen Geröllhaufen zu versperren ließen wir uns nicht beirren und suchten unseren Weg dem Gipfel entgegen.
Alles in allem ist Wu Tai Shan ein sehr idyllischer Ort, in dem die Zeit langsamer läuft und man ein völlig anderes Lebensgefühl verspürt. Abseits der touristischen Gässchen voller Großstadtchinesen zu erleben, wie eine chinesische Familie Lehm mit Stroh mischt um damit das Dach ihres Hauses zu decken - oder zu sehen, wie der chinesische Opa mit Eimern voller Wasser vom Fluss in der Stadt zu seiner Hütte empor stapft, vermittelt einem das Gefühl, dass dies das authentische China vergangener Tage ist.















































































12. Oktober 2008 um 14:26
Mein Gott, das ist ja wie im Fernsehen…